Australien

Uluru #1: Das Ayers Rock Resort und ‚Field of Light‘

Als wir uns drei Tage vor Ankunft am Uluru (früher bekannt als Ayers Rock) die Wettervorhersage für Alice Springs und Yulara im Roten Zentrum anschauten, konnten wir es kaum glauben: 21 bis 23 Grad tagsüber waren vorhergesagt, nachts zwischen 6 bis 10 Grad.

Ich checkte noch zwei weitere Wetter-Apps, aber es blieb dabei.

Ich hatte vorher fast ausschließlich mit Leuten gesprochen, die im Sommer oder Spätsommer dort waren (also zwischen Dezember und Februar) und mich vor den 40 bis 50 Grad Hitze und einer möglichen Dehydrierung gewarnt hatten. Selbst die ersten grundsätzlichen Hinweistafeln am Flughafen Ayers Rock gingen eher von Hitze, statt von kühlen mitteleuropäischen Temperaturen aus und empfahlen 1 Liter Wasser pro Stunde langsam zu trinken. Wasser? Wir brauchten eher mal einen Glühwein!

Wir hatten auch keine Vorstellung davon, wie eine Stadt oder ein Resort mitten im Outback aussehen könnte. Dass Alice Springs und Yulara, die Stadt am Ayers Rock, 450 km auseinander liegen (einmal Mainz – München), mussten wir auch mit Erstaunen zur Kenntnis nehmen. Da unsere Flüge nach Ayers Rock etwas umständlich waren, hatten wir angenommen, wir könnten stattdessen nach Alice Springs fliegen und von dort aus einfach nach Yulara kommen. Aber so sieht die Realität eben nicht aus. Das Städtchen Yulara selbst haben wir auch nie gesehen, wir haben uns ausschließlich in dem wirklich großen Ayers Rock Resort bewegt. Dieses Resort mutet schon an wie eine kleine Stadt: mit 6 bis 7 Hotels, Lodges, Camping Plätzen, Apartmenthäusern, einem „Town Square“ mit Supermarkt, Post, Geschäften, Galerien, Cafés und Restaurants. Es gibt Aussichtspunkte innerhalb des Resorts und dann natürlich die vielen Angebote außerhalb mit Touranbietern oder auf eigene Faust im Uluru-Kata Tjuta National Park.

Wir waren drei Nächte im Desert Gardens Hotel untergebracht, einem Vier-Sterne-Hotel, das schon bessere Tage gesehen hat. Allerdings darf man auch nicht unterschätzen, was dieses extreme Wetter mit den Bausubstanzen so anstellt. Wobei davon der Teppich im Zimmer wohl nicht betroffen war und auch der hätte mal einer Erneuerung bedurft. Dafür hat der direkte Ausblick aus dem Fenster auf den Uluru entschädigt. J Wir haben jeden Morgen erstmal gecheckt, ob er noch da ist. Hihi.

Beim Check-In haben wir eine ausführliche Broschüre über das Resort erhalten und auch zwei Seiten, mit den erwartbaren Tierarten rund um unsere Unterkunft. Das schloss 3 Schlangenarten, 2 Mäusearten, Tausendfüßler und diverse Insekten ein und erläuterte, wie man sich beim Aufeinandertreffen am besten verhält und wie man sie aus seinem Zimmer hält. Ich seufzte innerlich und dachte, hoffentlich überlebe ich diese drei Tage.

Wie ich allerdings mittlerweile weiß, kann man schon viel einschätzen, wenn man sich die Anlage genauer anschaut. Sie war sehr gepflegt, die Häuser & Wände auch von außen sauber, die Fliegengitter ziemlich dicht, nur vor die Tür legten wir nachts innen (auch empfohlen in der Broschüre) ein zusammengerolltes Handtuch. Und so kam es tatsächlich, dass wir in den 3 Tagen gerade mal zwei süße kleine Mäuschen sahen, Tauben mit Punkfrisur und Kamele von weitem beim Ausritt mit Touristen. Sonst nix!

Wobei das sicher auch an dem kühlen Wetter lag. Es wehte 2 Tage eine eisige Front von der Antarktis über Australien und wir konnten beim Wetterdienst erkennen, dass viele Gebiete in ganz Australien von einem Temperatursturz betroffen waren.

In allen Hotels und Anlagen des Resorts gab es jeweils ein Restaurant, das abends öffnete und ein Café-Restaurant, in dem es den ganzen Tag etwas zu essen gab und so brauchten wir uns abends nach unseren Touren nur ins Haupthaus zu bewegen und waren versorgt. Mit der Taschenlampe ging es dann nach dem Abendessen wieder zurück in den etwas am Rand gelegenen Hoteltrakt mit unserem Zimmer.

Zusätzlich ließen wir uns mittags mit dem Resort-Shuttle am Marktplatz absetzen und versorgten uns mit Wasser und Snacks sowie Park Pässen, die wir für die gebuchten Touren benötigten.

Wir spazierten auf den zentralen Aussichtspunkt und bekamen eine Übersicht über das Resort, den Uluru, Kata Tjuta und das Outback dazwischen und drumherum. Es war ein ständiges Kommen und Gehen im Resort: große Busse kamen an, spuckten Leute aus und nahmen neue auf, fuhren ab, kleine Tourbusse sammelten Leute ein zum Helikopterfliegen, für Segway Touren, zum Kamelreiten, für Wandertouren, für Outback-Übernachtungs-Touren, für Tagestouren. Überall waren große SUVs unterwegs mit den typischen Auspuffrohren bis oben zum Dach (damit bei Fluss-Durchquerungen kein Wasser in den Auspuff und in die Motoranlage kommt). Die Autos waren oft dick mit roten Sand übersät, mit Dachaufsätzen bepackt und rumpelten laut mit ihrer Fracht über die Bumps des Resorts.

Viele Leute blieben gerade mal eine Nacht, vielleicht zwei, machten einen Ausflug oder nahmen das Resort als Zwischenstopp, um aufzutanken und sich neu auszustatten, bevor es weiter in die Einsamkeit des Outbacks geht.

Field of Light – Star Pass

Am Abend wurden wir kurz vor Sonnenuntergang von einem großen Bus eingesammelt und zu einer Sanddüne gebracht, von der wir mit Sekt und Canapés erstmal auf den Sonnenuntergang warteten.

Dann begann ein Kunstspektakel vor dem Uluru: Das „Field of Lights“.

Ein Künstler hatte etwa 2016 angefangen, mit 50.000 solarbetriebenen Glaskugeln auf flexiblen Stäben auf einer Fläche von sieben Fußballfeldern das Outback vor dem Uluru zu beleuchten. Sobald nach Sonnenuntergang nur noch die Silhouette des Uluru zu erkennen ist, fängt das Farbenspiel dieser Installation langsam an und steigert seine Intensität mit der aufkommenden Dunkelheit in Konkurrenz mit den Sternen am Himmel. Das Outback leuchtet abwechselnd in Violett, Ocker, Blau und sanftem Weiß.

In völliger Dunkelheit konnten wir dann wie in einem Park durch diese Installation spazieren und wurden von Tourmitarbeitern mit farbigen Lichtstäben durch den Parcours geleitet. Es gab Bänke zum Hinsetzen, wir konnten in verschiedenen Schleifen durch die Felder schlendern und hatten insgesamt 40 Minuten, um das Spektakel auf uns wirken zu lassen.

Es ist manchmal surreal, was einem an solchen Orten geboten wird.

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